Makrokosmos und Mikrokosmos

Claudia Bader (New York, USA)

Durch die Verwendung des Mandala-Archetyps hoffe ich, Dimensionen anzusprechen, die uns Astrologen miteinander verbinden. Es handelt sich hierbei um eine psycho-spirituelle Erforschung der Kraft unserer Kunst, unserer göttlichen Wissenschaft, insbesondere einer nonverbalen Ebene der Kraft der Astrologie.

Um dies zu tun, nähere ich mich der Astrologie unter Bezug auf meine anderen Berufe an: denen der Psychoanalystin und Kunsttherapeutin. Die psychoanalytische Sichtweise kommt durch die Ansichten des Psychoanalytikers C. G. Jung (1875 – 1961), der Mandalas in seinem Werk und Leben nutzte, zum Tragen sowie durch die des britischen Psychoanalytikers D. W. Winnicott (1896 – 1971).
Winnicott erklärte: „Dies ist der Raum, den ich untersuchen möchte, die Trennung, die keine Trennung, sondern eine Form der Vereinigung ist.“ Er erforschte den psychischen Raum zwischen Müttern und Babies ernsthaft und tiefgreifend und übertrug die Ergebnisse auf kulturelle Erfahrungen im Erwachsenenalter.

“Die Erfahrung des Erkanntwerdens während einer astrologischen Sitzung greift auf die neurobiologische Forschung zurück, dass es die Einstimmung auf Patienten in einem empathisch-resonanten Feld ist, die heilt.”

Ein Kreis auf einem Blatt Papier erzeugt einen inneren und einen äußeren Raum. In der Kunsttherapie wird diese Qualität verwendet zum Begreifen der Beziehung zwischen innerer und äußerer Welt. Er resoniert auch mit dem Archetypus des Zentrums. Eine kürzlich durchgeführte Replikationsstudie bestätigte, dass das Ausmalen von Mandalas Angstzustände reduziert, und zwar stärker als das Ausmalen von karierten Mustern oder das Ausmalen von leeren rechteckigen oder quadratischen Papierblättern.

Der Kreis und seine Unterteilungen sowie der sich wiederholende Kreis des Tierkreises – sie sind der Kern der Astrologie. Astrologische Zeichnungen aller Art haben den Tierkreis gemeinsam. Da das Zentrum in allen Horoskopformen eine wichtige Rolle spielt, haben sie auch den Archetyp des Zentrums als gemeinsame Mitte.

(…)

Claudia Bader, Psychoanalytikerin, Kunst- und Hypnosetherapeutin, psycho-spirituell-experimentelle Astrologin, die Forschung und Vorhersage liebt. Entwickelte 1973 die Schnittstelle zwischen Psychoanalyse, Astrologie, Alchemie, Kunst und Mandalas sowohl für die Astrologiegemeinschaften als auch für die psychoanalytischen Gemeinschaften. International als Referentin tätig. Lebt in New York, USA.
Übersetzung aus dem Englischen: Kirsten Buchholzer

Lesen Sie im aktuellen Heft, wie Frau Bader den Horoskopgrafiken, mit denen wir täglich arbeiten eine spannende psychologische Tiefendimension gibt …

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