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Meridian 2018-4 mit dem Schwerpunkt: “Unfreies Verlangen”



Holger A. L. Faß

Chefredakteur Holger A. L. Faß


welcher Sucht gehen Sie nach? Einer stoffgebundenen wie nach Rauschmitteln, Beruhigungsmitteln, Schmerzmitteln oder Stimmungsaufhellern? Oder sind Sie abhängig von einem substanzunabhängigen Stoff wie Beziehung, Arbeit, Sexualität oder Glücksspiel? Wer meint, er sei nicht süchtig, hat vermutlich nur noch nicht lange genug gesucht – so jedenfalls die Ansicht vieler, die sich professionell mit Sucht und Abhängigkeit beschäftigen. Die Liste möglicher Süchte ist lang und überrascht stellenweise: Alkoholsucht (S. 18), Heilersucht, Sportsucht, Zuckersucht (S. 14), Kokainsucht, Kaffeesucht, Lesesucht (S. 26) ... Fast nichts, was nicht süchtig machen kann.

Wenn nun jedoch jeder Mensch seine individuelle Sucht pflegt und es keinen Stoff und keine Verhaltensweise gibt, die nicht zu einem Suchtverhalten führen kann, wie lässt sich Sucht denn dann noch als besonderes Phänomen beschreiben? Astrologisch: Wie können wir dann noch Sucht im Horoskop erkennen?

Dieser Frage sind für die vorliegende Meridian-Ausgabe viele Fachautorinnen und Fachautoren nachgegangen. Dabei fällt auf, dass manche Astrolog/innen eindeutig Neptun fokussieren; der Planet, der klassischerweise mit Sucht assoziiert wird. Petra Dörfert beschreibt ab Seite 10, wie sie in Horoskopen Süchtiger immer wieder auf relevante Neptun-Stellungen stieß. Anders Arnfried Haupt, der bei Alkoholabusus Saturn in den Vordergrund rückt. Andreas Bleeck verbindet beide Thesen: Neptun ja, aber nicht alleine, lautet seine Konklusion. Sabine Bends schließlich zeigt Wege aus der Sucht auf. Die Abhängigkeit in der Radix zu erfassen ist eine Sache; doch was, wenn Hilfe erwünscht ist? Können wir als Astrolog/innen etwas empfehlen, um aus dem Teufelskreis einer Suchterkrankung herauszukommen? Die Autorin meint ja und schlägt verschiedene Vorgehensweisen vor.

Um wieder festen Boden unter den Füßen bei solch einem raumgreifenden Thema zu bekommen, hilft vielleicht eine etymologische Betrachtung: Sucht bedeutete früher nichts anderes als Krankheit. Wir erkennen dies noch an Bezeichnungen wie Fettsucht, Gelbsucht, Tobsucht, Schwindsucht oder Wassersucht. Dabei beschreiben die Begriffe die auffälligsten Symptome der jeweiligen Erkrankung. Der Gelbsüchtige ist ja nicht süchtig nach der Farbe Gelb, sondern seine Haut verfärbt sich, bedingt durch einen Leberschaden, gelblich. Wie wäre es, die vielen Süchte, mit denen wir heute sofort Unfreiheit, Abhängigkeit, körperlich-seelisch-sozialen Schaden assoziieren, erst einmal nur als Symptom zu sehen? Dann wäre womöglich die Ecstasysucht nur das Symptom von Langeweile oder die Fernsehsucht das Symptom von einem Mangel an kreativem Output. Wer weiß: Vielleicht kommen wir dann der menschlichen Natur mit all ihren Bedürfnissen ein Stück weit näher?


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