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Meridian 2014-3 mit dem Schwerpunkt: “Projektionen – astropsychologische Perspektiven”



Markus Jehle

Chefredakteur Markus Jehle


Projektionen sind mitunter eine feine, doch oftmals eine eher unangenehme Sache, die man glücklicherweise immer nur bei anderen und so gut wie nie an sich selbst beobachtet. In der Regel gilt, je größer das Verdrängungspotenzial, desto mehr wird projiziert. Dies geht jedoch meist auf Kosten der anderen. Man versucht es sich leicht zu machen und schiebt anderen zu, was man an sich selbst nicht wahrhaben kann oder will. Doch alles hat seinen Preis, denn wer vieles abspaltet, der findet nur schwer zu sich selbst. Da damit nur wenig Leidensdruck verbunden ist, lebt es sich als geübter Projizierer dennoch meist ganz ungeniert.

Um Projektionen abzubauen, bedarf es der Gabe, sich selbst in anderen zu erkennen. Dies erfordert im alltäglichen Miteinander ein Unterscheidungs- und Selektionsvermögen, das aus astrologischer Sicht am DC und im 7. Haus zu entwickeln ist. Zudem gilt es parallel dazu am AC und im 1. Haus das eigene Profil zu schärfen. Wer ständig projiziert, der bleibt vergleichsweise grob gestrickt und verfügt nur über wenig Entwicklungspotenzial. Ohne die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Wesen, auch im Sinne der Konfrontation mit anderen, verläuft das Leben ohne besondere Höhen und Tiefen wie im Schonwaschgang.

Doch man kann es damit auch übertreiben. Manchmal ist es durchaus klug, sich mit gezielten Projektionen psychische Erleichterung zu verschaffen. Vielleicht gehört eine gewisse Dissoziationsbegabung zum Glücklichsein dazu. Zudem gibt es auch angenehme Projektionen, beispielsweise im Zustand der Verliebtheit. Plötzlich scheint vieles möglich, man schmiedet kühne Pläne und kann binnen kurzer Zeit in großen Schritten über sich selbst hinauswachsen. Es ist sehr hilfreich, wenn andere etwas in einem sehen, das die eigene Entwicklung fördert und unterstützt.
Projizieren heißt hinausverlagern. Es ist schon viel gewonnen, wenn dies
einigermaßen bewusst und nicht auf Kosten anderer geschieht. Sich selbst im Spiegel der anderen zu erkennen, ist jedoch eine Kunst, die geübt sein will.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre.

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