Planet IX

PLANET IX
Markus Jehle

Ausgerechnet der Astronom Mike Brown, der sich selbst als „Pluto-Killer“ bezeichnet und maßgeblich zu dessen Degradierung zum Zwerg-Planeten beitrug, hat nun zusammen mit seinem Kollegen Konstantin Batygin vom California Institute of Technology im Astronomical Journal Berechnungen veröffentlicht, die nach Meinung der beiden Planetenjäger auf die Existenz eines bislang unbekannten Planeten hinweisen. Dieser soll auf einer extrem elliptischen Bahn um die Sonne die kreisen und für einen Umlauf zwischen 10.000 und 20.000 Jahren benötigen. Er würde sich demnach zwischen ca. 900 und 1.600 Jahre lang in einem Tierkreiszeichen aufhalten. Seine Bahn läge weit jenseits des Kuiper-Gürtels, wo es so finster ist, dass dieser mysteriöse Himmelskörper auch für die besten Teleskope kaum aufzuspüren wäre. Sein Perigäum befände sich in ca. 30 Milliarden Kilometer Abstand zur Sonne, sein sonnenfernster Punkt läge bis zu 180 Milliarden Kilometer weit draußen. Seine Masse soll Schätzungen zufolge das zehnfache der Erdmasse betragen. Dies deutet nach Meinung des Planetenforschers Ekkehard Kührt vom DLR darauf hin, dass dieser Planet zunächst wesentlich näher an der Sonne entstanden wäre und dann durch die Gravitationseinflüsse der anderen Planeten an den Rand des Sonnensystems befördert worden sei. (#1)
Allerdings gibt es auch Zweifel an der Hypothese von der Existenz eines solchen Planeten. Es sind lediglich 6 Asteroiden bzw. Zwergplaneten, darunter Pluto und Eris, aus deren ungewöhnlichen Bahneigenschaften die Forscher auf die Existenz von Planet IX schließen. Diese Anomalien ließen sich womöglich auch durch andere, bislang noch unentdeckte Zwergplaneten erklären. Schließlich vermuten die Astronomen im Kuiper-Gürtel noch hunderte bislang nicht gesichteter Asteroiden und Zwergplaneten.
Ungeachtet dessen kursieren immer wieder Spekulationen über einen Planeten weit draußen am Rande des Sonnensystems. So soll sich ein Planet namens Tyche in der Oortschen Wolke befinden, demzufolge sich die Häufigkeitsverteilung bestimmter Kometenbahntypen erklären ließe. Tyche ist eine Göttin mit dem Namen Wie es sich trifft bzw. die Chance. (#2) Wenngleich Sie eine Gottheit ohne Geschichte ist, verfügt sie über eine Macht, die sich als stärker erwies als die Herrschaft des Zeus. Ihre drei Symbole sind:
– Das Ruder, mit dem sie den Lauf der Dinge lenkt
– Der Ball, der hinrollen kann, wohin er will und die Unsicherheit des Glücks widerspiegelt
– Das Füllhorn der Amalatheia, der göttlichen weißen Ziege, das die Fülle und die Chancen widerspiegelt, die das Schicksal bietet.
Tyche wird den Zeichen Jungfrau und Waage zugeordnet. Einen Planeten mit diesen symbolischen Qualitäten zu entdecken, täte der Menschheit sicherlich gut. Mal sehen, ob die Astronomen in absehbarer Zeit liefern können, was sie versprechen und der Planet IX tatsächlich existiert. Welche Bedeutung dieser Planet hat – dies zu entschlüsseln ist ohnehin Aufgabe von uns Astrologen.
Anmerkungen
#1) Quelle: Patrick Illinger / Christoph Behrens, Wirbel um Planet Nummer 9, Süddeutsche Zeitung vom 22.01.2016, S. 16
#2) Benjamin Schiller, pers. Mitteilung

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