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Meridian 2011-6 mit dem Schwerpunkt: “Gewaltaspekte im Horoskop”


Markus Jehle

Chefredakteur Markus Jehle


zwei Zitate haben mir bei den Beiträgen in dieser Ausgabe besonders zu denken gegeben. Das eine stammt von Robert Hand, der den Teilnehmern der »Faculty of Astrological Studies«-Sommerschule in Oxford zugerufen hat: »Seid stolz darauf, Astrologen zu sein, und versteckt euch nicht.«
Das zweite stammt von Steve Jobs, der sich vor sechs Jahren nach einer für ihn sehr bedrohlichen Krebsdiagnose gegenüber Studenten äußerte: »Der Tod ist wohl die mit Abstand beste Erfindung des Lebens. (...) Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben.«
Auf den ersten Blick scheinen diese Zitate nichts miteinander zu tun zu haben. Wie sollen Astrologenstolz bzw. Astrologenängste zusammenhängen mit der Frage nach dem Tod und dem richtigen Leben? Die Antwort darauf wird wohl von unserem persönlichen beruflichen Selbstverständnis geprägt. In welcher Dimension und Tiefe sprechen wir tatsächlich mit unseren Klienten über den Tod und die Kunst vom richtigen Leben? Oder inwieweit erschöpft sich unsere Tätigkeit darin, mit Stundenhoroskopen nach verlegten Hausschlüsseln oder entflohenen Partnern zu suchen oder fragwürdige Prognosen abzugeben, die keiner zur Kenntnis nimmt?

Astrologie als eine Kunst vom echten, wahren, authentischen Leben – darauf wäre ich gerne stolz.
Astrologie als Trödelmarkt für Banalitäten – da würde ich mich lieber verstecken.

Betrachtet man die Rolle der Astrologie im Laufe der Geschichte, so hat sie vor allem im kulturellen Bereich eine zentrale Rolle gespielt – allerdings nicht in den letzten 200 Jahren. Was also müsste passieren, um auf die Astrologie wieder stolz sein zu können? Als Zunft haben wir zweifellos viel erreicht: hohe Ausbildungsstandards, umfangreiche Literatur, gut organisierte Verbände und Berufsgruppen sowie starke Internetpräsenz. Doch darüber hinaus?

Falls sich tatsächlich irgendwo auf der Welt Astrologen versteckt halten sollten – wer würde sie wohl vermissen und nach ihnen suchen? Was ist unsere tatsächliche Bedeutung und Relevanz? Sind wir uns unserer Vergänglichkeit bewusst? Oder ist Astrologie unsterblich?
Vielleicht ist sie ja nach dem Tod und den Produkten von Apple die drittbeste Erfindung des Lebens? Wir werden sehen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

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