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MICHAEL JACKSON
Das Kind des Pop im Niemandsland
(von Markus Jehle)
Die Sehnsucht nach Idolen ist in Jahren mit markanten Jupiter/Neptun–Konstellationen offensichtlich besonders ausgeprägt. Dies gilt vor allem für die Konjunktionsphasen beider Planeten. Anlässlich der letzten Konjunktion im Jahre 1997 avancierte Diana Spencer aufgrund ihres unglücklichen und tragischen Todes zurPrinzessin der Herzen. Unter der aktuellen Jupiter/Neptun–Konjunktion, die sich von Mitte Mai bis Ende Juli 2009 innerhalb eines Orbis von weniger als einem Grad erstreckt, scheint nun Michael Jackson, der ehemalige King of Pop, von den Massen zum Idol verklärt zu werden.
Interessanterweise ist Jackson selbst unter einer Jupiter/Neptun–Konjunktion geboren. Sie steht in seiner Radix an der Spitze des massenwirksamen 12. Hauses, hat ihm zeitlebens viele Erfolge beschert und ihn post mortem zur Legende werden lassen.
Es kursieren allerdings zahlreiche unterschiedliche Angaben zu Michael Jacksons Geburtszeit. Eine zuverlässige Angabe gibt es nicht und es liegen zahlreiche, von Astrologen »korrigierte« Versionen seines Horoskops vor, bei denen natürlich stets die Gefahr besteht, dass sie eher astrologische Wunschvorstellungen widerspiegeln als real gelebte Konstellationen. Dies gilt auch für die in diesem Beitrag verwendete Version des Jackson–Horoskops, das dem Internationalen Horoskope Lexikon von Taeger entnommen ist und sich auf eine Veröffentlichung in The Astrological Journal bezieht.
EXISTENZVERNICHTUNG DURCH DEN VATER
Ein Skorpion–Aszendent mit AC–Herrscher Pluto am MC scheint jedoch passend für eine Biografie, die eine krisenbehaftete Geschichte vom machtvollen Aufstieg und tiefen Fall einer rätselhaften, unzugänglichen Person erzählt, die die Massen zu faszinieren vermochte, jedoch dem damit verbundenen gigantischen Erfolg auf Dauer nicht gewachsen war und sich am Ende selbst vernichtet hat. Die enge Sonne/Pluto–Konjunktion am MC gibt auch Hinweise auf die bereits früh erfolgte Existenzvernichtung durch eine übermächtige Vaterfigur, die den erst fünf Jahre alten Sohn mit aller Gewalt zum Erfolg zwingt. Die Auslöschung der eigenen Identität kann für einen unter einer Sonne/Pluto–Konjunktion Geborenen zum schicksalhaften Verhängnis werden.
Bei Michael Jackson fand die Fremdbesetzung durch den übergriffigen Vater ihre Fortführung in einem stetig andauernden Akt der Selbstvernichtung, was ihm vor allem im Gesicht immer deutlicher anzusehen war (Pluto ist AC–Herrscher). Das bei Jungfrau–Sonnen häufig anzutreffende Streben nach Perfektion und Reinheit wurde von ihm auf die Spitze getrieben, nicht nur bei seinen Bühnenshows, sondern auch auf körperlicher Ebene. Inwieweit die Tatsache, dass er vom »Schwarzen« zum »Weißen« mutierte, der Hauterkrankung Vitiligo (Weiß- fleckenkrankheit) geschuldet war, wie er selbst gerne behauptete, sei dahingestellt. Doch die Formung und Gestaltung des Körpers nach eigenen Vorstellungen und Vollkommenheits- idealen passt gut zu einem Skorpion–AC, dessen Herrscher Pluto eine Konjunktion mit der Sonne in Jungfrau im formal–normativen 10. Haus bildet. Dass Michael Jackson sich in körperlicher Hinsicht mehr zugemutet hat, als er verkraften konnte, war ihm in den letzten Jahren immer deutlicher anzusehen.
PETER–PAN–SYNDROM
Bei Michael Jackson entwickelte sich aufgrund der frühen Besetzung durch den Vater und der damit verbundenen nicht gelebten Kindheit ein lebenslanges Peter–Pan–Syndrom. Er konnte nicht erwachsen werden. Die meisten der vom amerikanischen Familientherapeuten Dan Kiley beschriebenen sechs Symptome des Peter–Pan–Syndroms (Verantwortungslosigkeit, Angst, Einsamkeit, Sexueller Rollenkonflikt, Narzissmus, Chauvinismus) scheinen auf Michael Jackson zuzutreffen. Einige dieser Faktoren spiegeln sich im Horoskop u. a. in der Sonne/Pluto–Konjunktion, im Fische–Mond sowie vor allem im T–Quadrat zwischen Stier–Mars am DC, Venus/Uranus in Löwe und Chiron in Wassermann wider. Eine den Konventionen entsprechende sexuelle Identität ist bei dieser Aspektfigur nicht zu erwarten. Wie sehr Michael Jackson selbst innerlich ein Kind geblieben ist, zeigt sich nicht nur durch seine übergroße und wohl auch gefährliche Nähe zu Kindern, mit der er sich mehrfach den Vorwurf des Kindesmissbrauchs einhandelte, sondern auch in seinem langjährigen Zuhause, der märchenhaft–verkitschten Neverland–Ranch. Hier hat er seinem Fische–Mond im 4. Haus ein Denkmal gesetzt.
ERFOLGE UND VERDIENSTE
Michael Jackson hat Musikgeschichte geschrieben, etliche Verkaufsrekorde erzielt und zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Basis seines Erfolgs ist der Fleiß und Perfektionsdrang der Jungfrau–Sonne am MC, der ihm durch die Konjunktion mit Pluto zur Obsession wurde. Der in der Sonne/Pluto–Konjunktion liegende Wille zur Macht und Geltung steigerte sich zur vorstellungsgebundenen, zwanghaften Besessenheit und bescherte ihm in Verbindung mit der Jupiter/Neptun–Konjunktion an der Spitze des 12. Hauses märchenhafte und nahezu grenzenlose Erfolge. Perfekte Choreografien und musikalische Inszenierungen in Verbindung mit einem eigenwilligen Tanzstil aus zumeist abgehackten, zuckenden Bewegungen waren sein Markenzeichen. Im sogenannten »Moonwalk« kommt auch der dominante Stier–Mars am DC – als Herrscher des 5. Hauses Ausdruckskraft der schöpferisch–kreativen Eigenart – im Quadrat zu einer Venus/Uranus–Konjunktion in Löwe zum Ausdruck.
Trotz seiner sagenhaften Erfolge und des damit verbundenen Reichtums gab es immer wieder Gerüchte, Michael Jackson sei pleite. Offensichtlich ist das mit Saturn im 2. Haus einhergehende innere Armutsgefühl und Selbstwertproblem nicht mit Geld zu heilen.
TOD AUS VERSEHEN?
Jacksons Leibarzt Conrad Murraysoll dem Popstar am Tag seines Todes das starke Betäubungsmittel Propofol als Einschlafhilfe verabreicht haben. Propofol ist ein kurz wirkendes, intravenös verabreichtes Anästhetikum und führt rasch zum Bewusstseinsverlust, der bei üblicher Dosierung vier bis acht Minuten anhält. Das Mittel hat eine geringe therapeutische Breite, so dass es leicht zu Fehldosierungen kommt, deren Folgen bis hin zum Herzstillstand reichen können.
Markantester Transit zum Zeitpunkt des Todes ist die Opposition von Jupiter, Neptun und Chiron zu Jacksonsrückläufigem Merkur in Löwe, der Herrscher des 8. Radix–Hauses ist. Ein missbräuchlicher Betäubungsmittel–Tod – quasi aus Versehen – würde durchaus zu diesem Transit passen. Auch die Tatsache, dass der Tod Michael Jackson im Schlaf überraschte und er ihn vermutlich gar nicht bewusst mitbekommen hat, entspräche den angezeigten Konstellationen.
Vor seinem Ableben hatte sich Michael Jackson in Los Angeles auf ein großes Comeback vorbereitet: Für den 13. Juli war in London das erste von insgesamt 50 Konzerten geplant. Durch seinen überraschenden Tod fiel das »Comeback« anders als erwartet aus – von einem Tag auf den anderen war seine altbekannte Musik wieder überall zu hören, auch dies ein Aspekt des Jupiter/Chiron/Neptun–Transits zum rückläufigen Radix–Merkur, der auch Herrscher des 10. Hauses ist.
TRANSITE UND LEBENSEREIGNISSE
Setzt man das Horoskop von Michael Jackson in Bezug zu wichtigen Lebensereignissen, lassen sich jeweils markante Transitkonstellationen finden. Auch die Horoskopachsen scheinen dadurch bestätigt zu werden. Drei kurze Beispiele hierzu:
Als 1982 Thriller erscheint, das bis heute meist verkaufte Album der Popgeschichte, steht Uranus im 1. Haus im Quadrat zur Sonne/Pluto–Konjunktion am MC. Als 1993 der erste Kindesmissbrauchsvorwurf publik wird, wandert Pluto gerade über seinen AC, und als er im Juni 2005 nach 14 Jahren seine Neverland–Ranch verlässt, steht Transit–Uranus auf seinem Radix–Mond im 4. Haus. Die Konstellationen des hier verwendeten Jackson–Horoskops passen fast schon zu gut, um wahr zu sein. Ob es sein »echtes« Horoskop ist, werden wir wohl nie erfahren, und in gewisser Weise passt auch dies zu Michael Jackson und seinem Leben.
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