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Meridian 2009-1 mit dem Schwerpunkt: “Geschwisterbeziehungen im Horoskop”


Markus Jehle

Chefredakteur Markus Jehle


Geschwisterbeziehungen können ein ganzes Leben prägen. Sie sind oft schicksalhafter Natur, manchmal bis in den Tod hinein. Beispiele dafür gibt es viele, von den Geschwistern Scholl etwa oder von Erika und Klaus Mann, deren Horoskope wir Ihnen in dieser Ausgabe vorstellen. Und unser Autor Reinhard Müller geht der Frage nach, wieso Geschwisterbeziehungen oftmals von so einer großen Ambivalenz von Liebe, Hass und Symbiose geprägt sind.

Doch es sind andere Themen, die in dieser Ausgabe Raum einnehmen. Die Fehlprognose der beiden Mundanastrologen Anne C. Schneider und Gerhard Lukert zur Präsidentschaftswahl in den USA aus dem letzten Heft wirft viele, auch grundsätzliche Fragen auf. Wir haben die beiden Autoren daher gebeten, dazu Stellung zu nehmen, und veröffentlichen auch einen Teil der Leserzuschriften, die wir zur US-Wahl und insbesondere zum Horoskop des künftigen Präsidenten Barack Obama erhalten haben.

In Heft 4/2008 (Seite 7) habe ich für Barack Obama und Hillary Clinton das Bild des Königs und seiner »Ritterin« verwendet. Jetzt wird sie Außenministerin in seinem Kabinett. Zum Transit-Saturn in Konjunktion zu Obamas Mars und in Opposition zu Transit-Uranus war zu lesen: »Damit ist eine Sollbruchstelle im persönlichen Leben von Obama erreicht, die man auch als gesellschaftlichen Durchbruch deuten könnte.«

Es sind also auch zutreffende Deutungen möglich. Doch es ist fraglich, welchen Nutzen sie haben. Auf den Gang der Geschichte haben astrologische Aussagen und Prognosen schon lange keinen Einfluss mehr. Zum Glück, mögen viele angesichts der zahlreichen Fehlprognosen sagen. Doch selbst astrologische »Trefferquoten« bedeuten gar nichts, solange keine nachvollziehbare Systematik darin zu erkennen ist. Dazu bedarf es umfangreicher Forschungen, worauf Schneider und Lukert zu Recht hinweisen.

Dies wirft jedoch grundsätzliche erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Fragestellungen auf. Davon handelt der Beitrag von Volker H. Schendel. Er macht deutlich, dass das, was als wissenschaftlich gilt oder anerkannt wird, in hohem Maße abhängig ist von historischen, kulturellen und soziologischen Faktoren. Das Etikett »wissenschaftlich« ist kein Garant für Objektivität, Rationalität oder gar Wahrheit. Er zählt Astrologiewissenschaft zu den anthropologisch-empirischen Wissenschaften, die als Beweismethode die unvollständige Induktion anwenden. Was dies heißt, erfahren Sie in dieser Ausgabe – und noch vieles mehr, dem Sie sich über die Jahreswende besinnlich und reflektierend zuwenden können.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

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