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Meridian 2008-2 mit dem Schwerpunkt: “Astrologische Paarberatung”


Markus Jehle

Chefredakteur Markus Jehle


was Paare zusammenhält, ist trotz intensiver Forschungen nach wie vor ein nicht wirklich gelöstes Rätsel. Manche Paare bleiben ein Leben lang zusammen, obwohl sie so gar nicht zueinander zu passen scheinen. Andere Paare wiederum strahlen lange Zeit vor Glück und sind dann zur allgemeinen Überraschung derer, die sie kennen, plötzlich getrennt. Langzeitstudien zum Gelingen von Paarbeziehungen haben in den letzten Jahren dennoch einige interessante Faktoren zutage gefördert. Der Zürcher Paartherapeut Jörg Willi, ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet, konnte aufgrund seiner Forschungen bestimmte Spannungsfelder definieren, zwischen deren Polen gelingende Paarbeziehungen sich schöpferisch bewegen: Nähe – Distanz beispielsweise, Sicherheit – Risiko oder auch Fremdheit versus Vertrautheit.

Durch die Lektüre solcher Studien wird schnell deutlich, wie Klischee beladen die meisten gängigen Deutungen astrologischer Partnerschaftskonstellationen sind und wie weit ab von der Realität heutiger Beziehungen. Vielleicht ist es ja gerade die Bündelung vermeintlich »schlechter« und »schwieriger« Aspekte, die wesentlich zum Gelingen von Beziehungen beiträgt, während die »guten« und »harmonischen« Konstellationen nur in den Köpfen von Astrologen von Erfolg gekrönt sind, sich in der Realität jedoch als wenig tauglich erweisen.

Es mag provozierend klingen, aber haben Astrologen auf die Frage »Passen wir zusammen?« außer persönlichen Meinungen tatsächlich etwas Erhellendes im übergeordneten Sinne beizutragen? Anregungen, einmal in Ruhe über die Frage nachzudenken, finden Sie in den Beiträgen unserer Autoren zum Themenschwerpunkt dieser Ausgabe. Und falls Sie zu diesem Thema etwas zu sagen haben, dann lassen Sie es uns wissen.

Die Liebe ist selbst in unserer vermeintlich aufgeklärten Zeit ein weitgehend unverstandenes Mysterium und sie hat nichts von ihrer Faszination verloren. Auch das Fazit von Jörg Willi lautet, dass trotz stetig schwieriger werdender gesellschaftlicher und individueller Rahmenbedingungen die Sehnsucht nach Beziehungen ungebrochen ist. Und nach wie vor gibt es viele Liebende, die erst durch den Tod voneinander geschieden werden. Unabhängig davon also, was Paare zusammenführt und zusammenhält, ist es die Endlichkeit des Lebens, die sie trennt. Dies zu meistern, ohne daran zu verzweifeln, ist die eigentliche Kunst der Liebe.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

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