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Meridian 2007-2 mit dem Schwerpunkt: “Die hohe Kunst des Scheiterns”


Markus Jehle

Chefredakteur Markus Jehle


im Scheitern kommt der Mensch zu sich selbst, schreibt Karl Jaspers sinngemäß in seiner Einführung in die Philosophie. Er spricht von Grenzsituationen, »über die wir nicht hinaus können, die wir nicht ändern können.« Wir müssen kämpfen, leiden, sterben, sind dem Zufall unterworfen und verstricken uns unausweichlich in Schuld. Diese Grenzsituationen, so Jaspers, zeigen uns das Scheitern, und wie wir damit umgehen, begründet, wozu wir werden. Niemand scheitert in diesem Sinne nur für sich allein, es ist der Mensch als solches, der angesichts seiner Vergänglichkeit scheitert, insofern handelt es sich um ein großes, kollektives Scheitern, dem niemand sich entziehen kann.

Angesichts dessen erscheint das persönliche Scheitern, das wohl jeder in seinem individuellen Lebensalltag hin und wieder erlebt, weitaus weniger dramatisch, als es gemeinhin erlebt und empfunden wird. Dennoch erschrecken viele Menschen bei dem Gedanken, dass sie scheitern könnten. In der griechischen Götterwelt wird der Schrecken des Scheiterns durch Phaëthon verkörpert, den Sohn des Sonnengottes Helion. Peter Schlapp wirft in seinem Beitrag die berechtigte Frage auf, warum Phaëthon und sein Schicksal bisher keinen Eingang in die Symbolsprache der Astrologie gefunden haben?

Es ist sicherlich keine Überraschung, wenn beim aktuellen Themenschwerpunkt »Die hohe Kunst des Scheiterns« auch viel von Saturn die Rede ist, dem Meister der Zeit und Hüter der Schwelle. Sarah Wirtenberger und Martin Varano verdeutlichen in ihrem Beitrag »Saturn und Lebenskunst«, wie insbesondere die Saturnthematik Wege zu einem gelingenden Leben aufzeigen kann. In saturnischer Hinsicht hängt, so führen sie aus, »die Frage nach Gelingen und Scheitern im Leben nicht zuletzt mit der Frage nach dem Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit zusammen.«

Für Natalija Krtinic bietet eine bipolare Strategie die besten Chancen, um mit Saturnthemen zurechtzukommen: »Durch die bipolare Spaltung des Saturnprinzips erkennen wir in Meister Chronos sowohl den notorischen Angstmacher, als auch den strengen Mahner.«

Saturn zeigt uns Grenzen auf. Seit er vor einigen Wochen auf meinem Radix-Merkur stationär rückläufig wurde, häufen sich auf meinem Schreibtisch die Zettel mit Zitaten zum Thema Scheitern. Einige davon konnte ich in meinem Beitrag unterbringen. Doch es sind noch genug Zettel übrig, um mir darüber monatelang den Kopf zu zerbrechen. Hier eine kleine Kostprobe: »Ohne Scheitern keine Ethik« (Simone de Beauvoir); »Entwicklung braucht Scheitern«; »Im Erfolg findet das Übernatürliche des Helden, des ausgezeichneten Menschen seine Bestätigung, am Scheitern seine Grenze« (Quellen nicht bekannt).

Vielleicht wird eines Tages ein Buch daraus: Astrologie des Scheiterns. Könnte ein Bestseller werden – könnte aber auch scheitern.

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