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Meridian 2004-2 mit dem Schwerpunkt: “Astrologie und Märchen”


Markus Jehle

Chefredakteur Markus Jehle


können Sie sich daran erinnern, wann Sie zuletzt ein Märchen gelesen, gehört oder gar selber erzählt haben? Wahrscheinlich werden Sie in Ihrer Erinnerung gar nicht bis zur Kindheit zurückgehen müssen, denn Märchen erfreuen sich auch bei Erwachsenen großer Beliebtheit. Verwunderlich ist das nicht, denn viele Märchen handeln von zentralen Erfahrungen menschlichen Seins. Sie beschreiben Dreh- und Angelpunkte symbolischer Lebensläufe und stellen uns vor Rätsel, deren Lösung auch für unser Leben zu einem wichtigen Schlüssel werden kann. In archetypischer Form führen sie uns vor Augen, worauf es in den inneren und äußeren Entwicklungsprozessen unseres Lebens im Kern ankommt.

Was nun verbindet Märchen und Astrologie? Diese Frage wird von den Autorinnen und Autoren der Beiträge zu unserem Schwerpunktthema aus den unterschiedlichsten Perspektiven behandelt. Eva Stangenberg bringt das Märchen »Aschenputtel« mit der Jungfrau-Symbolik in Verbindung, Bibiana Maria Wachter entdeckt in »Dornröschen« eine Lilith-Thematik. Reinhard Müller beschreibt den »Tod des Märchenprinzen« als Ausdruck von Sonne-Pluto- und Mond-Pluto-Themen. Mit Recht weist er darauf hin, dass Märchen uns häufig den Widerspruch zwischen idealen Sehnsüchten und tief greifenden Enttäuschungen offenbaren.

Ein ganz besonderes Märchen hat Elvira Grübel ihrem Klienten erzählt. In einem kreativ-künstlerischen Akt hat sie sein Solarhoroskop zu einer Märchengeschichte ausgestaltet. Als sie sich nach einem Jahr wieder mit ihrem Klienten zusammensetzte, traten interessante Parallelen zwischen ihrem Märchen und den inneren Prozessen und Lebensereignissen des Klienten zutage.

Ulla Janascheck hat Saturn in Mythen und Märchen nachgespürt. Dabei hat sie entdeckt, dass Saturn sich oft als innere Frage verkleidet, die im Rahmen der gegebenen Bedingungen zunächst unlösbar erscheint. Zudem verhält sich die saturnale Lehrerfigur oftmals abweisend und mürrisch, ehe sie ihre gütige und weise Seite zeigt.
Kein Märchen dagegen ist die Lebensgeschichte von Kaspar Hauser. Was das Schicksal dieses lange Zeit eingesperrten Kellerkindes mit unseren eigenen »Kellerkindern« zu tun hat, erläutert Ernst Ott im zweiten Teil seines Hauser-Porträts.

So machen die Beiträge in diesem Heft deutlich, welch gute Märchen- und Geschichtenerzähler Astrologinnen und Astrologen sein können. Und das Märchenerzählen hat in diesem Fall nichts damit zu tun, anderen einen Bären aufzubinden. Ganz im Gegenteil: Nur wer sich und seine eigene Lebensgeschichte kennt, hat wirklich was zu erzählen. Und ein besseres Instrument zur Selbsterkenntnis als die Astrologie lässt sich in keinem noch so schönen Märchen finden.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

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